Ausflug in die Wissenschaft

Berufsschüler aus Wiesau zu Gast an der Westböhmischen Universität Pilsen

Gemeinsam lernen, gemeinsam forschen! Unter diesem Motto haben sich am Donnerstag erstmals 25 angehende Industriemechaniker des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Wiesau (LK Tirschenreuth) auf eine Exkursion an die Westböhmische Universität Pilsen begeben. Die Auszubildenden aus dem Fachbereich Metall besichtigten die Fakultät für Maschinenbau und sammelten umfassende Eindrücke aus der Welt der Wissenschaft.

Grundlage für die Exkursion bildete eine Partnerschaftsvereinbarung, die beide Institutionen im Juli dieses Jahres im Rahmen der Europaregion Donau-Moldau unterschrieben haben. Entsprechend den Zielsetzungen der Europaregion sollen damit die grenzüberschreitenden Verflechtungen zwischen Wiesau und Pilsen vertieft und die an beiden Standorten vorhandenen Ausbildungsmöglichkeiten optimal für die berufliche Qualifizierung junger Menschen genutzt werden. So sind gemeinsame Exkursionen, Firmenbesuche und Seminare, aber auch Forschungsarbeiten wie z.B. Windkanalversuche für ein in Wiesau gebautes Rennwagenmodell vorgesehen. Die Fahrt nach Pilsen markierte einen ersten Schritt auf diesem Weg.

Begleitet wurde die Gruppe von den Lehrkräften Andreas Büttner, Hartmut Seidler und Manfred Sladky sowie von Markus Meinke von der Regionalen Kontaktstelle der Europaregion Donau-Moldau in Regensburg. In Pilsen hatte Šárka Kuthanová, Mitarbeiterin der Fakultät für Maschinenbau, für die Gäste aus der Oberpfalz ein umfangreiches Programm vorbereitet. Den Einstieg bildete ein Besuch im Wissenschaftscenter Techmania. Das erst vor wenigen Jahren eröffnete Zentrum arbeitet eng mit der Universität zusammen und bietet auf einer Fläche von mehr als 7.500 qm eine hochmoderne Ausstellung rund um das Thema Wissenschaft und Technik. So konnten die Schüler im hauseigenen Planetarium die Belastungen beim Start einer Rakete am eigenen Leib erfahren und ihr Wissen in zahlreichen Experimenten aus der Physik und Mechanik testen. Als besonderer Höhepunkt entführte eine dreidimensionale Filmvorführung in die Geschichte des Fliegens und der Raumfahrt.

An der Universität Pilsen hieß der Prodekan für internationale Beziehungen, Roman Čermák, die Gruppe willkommen und unterstrich die Bedeutung der wechselseitigen Zusammenarbeit. „Wir freuen uns, mit der Exkursion einen ersten Baustein für unsere Partnerschaft zu legen und setzen darauf, dass unsere Kooperation in Zukunft positive Effekte für beide Seiten schaffen wird“, so Čermák. Um einen Eindruck von den vielfältigen Aktivitäten der Universität im Bereich Maschinenbau zu erhalten, gewährten Studierende der Fakultät im Anschluss Einblicke in ihre aktuellen Forschungsarbeiten. In drei Seminaren lernten die Wiesauer unter anderem neuartige Konstruktionen für die Medizintechnik, ein Elektromotorrad, eine virtuelle Kneipe und verschiedene Methoden zur Materialerprobung kennen.

Besonderes Interesse erweckte bei den Schülern ein von den Studierenden selbst gebauter Formelrennwagen, der im Rahmen des Pilsener Projekts „Formular Student“ bei internationalen Wettbewerben eingesetzt wird und bei diesjährigen Vergleichsfahrten in Ungarn Bestzeiten erreicht hat. Hier bieten sich direkte Anknüpfungspunkte zum Projekt „F1 in schools“, einem länderübergreifenden Wettbewerb für Miniaturrennwagen, an dem das Berufsschulzentrum Wiesau schon seit mehreren Jahren erfolgreich teilnimmt.